Wir verlassen Goulmima – für unsere Verhältnisse – recht zeitig und setzen die Fahrt auf der N10 nach Tinghir fort. Von dort aus kann man in die bekannte Todra Schlucht fahren, die uns von erfahrenen Marokko-Campern und auch Reiseführern als eines der landschaftlichen Highlights Marokkos empfohlen wurde.
Also schlängeln wir uns mit unserem Wohnmobil auf der schmalen aber passablen Teerstraße in die zunehmend enger werdende Schlucht. Am engsten Stück dürften es gerade noch 10 Meter sein. Nur an der Stelle vor der Baustelle, wo uns die Umleitung ins wasserführende(!) Flussbett schickt, wollen wir kurz innehalten, um zu überlegen, ob die Durchfahrt sicher sein würde. Ein von hinten heranbrausendes, hupendes Taxi überzeugt uns, dass wir wohl genug gezögert haben und gefahrlos durchs Wasser fahren können. 🙂
Wir fahren ungefähr 35 Kilometer weit in die Schlucht, entlang am Fuße der steil abfallenden Felswände und dem recht wasserarmen Flussbett des Todra. Nur nach starken oder länger anhaltenden Regenfällen scheinen Zuläufe von verschiedenen Seiten diesen Fluss anschwellen zu lassen. (Ob man die Schlucht dann wohl immer noch so gefahrlos passieren kann?)
Zuletzt wird aus der Schlucht wieder ein breiteres Tal und wir erreichen den Ort Tamtetoucht. Wie erwartet finden wir hier vier Campingplätze, auf denen jedoch nur ein Wohnmobil steht. Und da uns die insgesamt recht trostlose Szenerie nicht zusagt, entscheiden wir uns, nach Tinghir zurückzukehren und im Camping Ourti einzuchecken.
Der Rückweg durch die malerische Umgebung bietet viele weitere Blickwinkel und wir können uns zudem über das Aufreißen der Wolkendecke und Sonnenschein freuen.

In der Todra-Schlucht kann man sicher auch einen längeren Aufenthalt einlegen. Es lässt sich wohl herrlich wandern; preisgünstig kann man sich einen ortskundigen Führer suchen, der einen durch die Berge begleitet. Und Klettern scheint auch recht beliebt zu sein. Wir wollen aber ja noch ein paar andere Orte auf unserer Tour besuchen und deshalb zieht es uns weiter.