Kopenhagen, Dänemark

Nur eine gute halbe Stunde von Hillerød entfernt, erreichen wir unser nächstes Ziel – Kopenhagen, die Hauptstadt Dänemarks. Wir freuen uns schon sehr auf diese Stadt und werden hier ein paar Tage verbringen.
Mit dem Wohnmobil buchen wir uns auf den (einzigen) Stellplatz in Kopenhagen ein, Citycamp. ( http://citycamp.dk/) Der ist zwar mit über 30,- Euro pro Tag nicht gerade günstig – wie eigentlich alles in Dänemark, aber dafür sind Strom, Sanitär und Wifi inklusive. Und die Lage zur Innenstadt ist auch sehr gut für eine Großstadt; in 15 Minuten erreichen wir den Wasserbus, und in einer halben Stunde schaffen wir es sogar zu Fuß bis ins Zentrum.

Free Walking Touren

Trotz der schlechten Erfahrung, die wir in Brügge gemacht hatten, trauen wir uns hier wieder, an einer Free Walking Tour teilzunehmen. Und wir werden von copenhagenfreewalkingtours.dk nicht enttäuscht, so dass wir dann sogar zu zwei Touren mit diesem Anbieter aufbrechen.
Auf der Grand Tour, die vom unterhaltsamen Kanadier Benjamin geleitet wird, hören wir einiges zur Geschichte Dänemarks und Kopenhagens und werden zu zahlreichen interessanten Stellen der Stadt geführt. Insgesamt sind wir drei Stunden unterwegs und die Tour endet kurz vor 18 Uhr. So schaffen wir es an diesem Tag gerade noch rechtzeitig, einen Pub mit Fernseher zu finden, in dem wir das dritte Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft sehen können.
Mit der zweiten Führung gelangen wir in den Stadtteil Christianshavn. Das Highlight dieser Tour ist für die meisten Teilnehmer der Stopp in der Freistadt Christiania. Dabei handelt es sich um eine autonome Gemeinde innerhalb Kopenhagens, die in vielerlei Hinsicht vom dänischen Staat unabhängig ist und mit dessen Duldung eigene Regeln für das Zusammenleben aufstellt. Für uns Außenstehende wirkt das wohl am ehesten wie eine riesige (Hippie-)Kommune, in der eine besondere Form des Zusammenlebens geprobt wird. Besonders deutlich wird der außergewöhnliche Status von Christiania in der Pusher Street, wo ein gutes Dutzend Drogenhändler feste Verkaufsstände betreiben und ein breites Sortiment an weichen Drogen anbieten. (Harte Drogen sind verboten.) Ist ein bisschen wie am Wochenmarkt, nur dass die meisten Händler mit Masken oder Tüchern vermummt sind. Fotografieren ist hier strengstens verboten, ebenso wie Rennen. (Kein Witz!) Rennende Menschen werden hier mit Polizisten und Razzia assoziiert, was dann eine Panik auslösen würde.

Lecker Essen

Wer viel läuft, muss sich regelmäßig stärken. Laut unserem iPhone Schrittzähler sind wir in den drei Tagen in Kopenhagen ungefähr 40 Kilometer zu Fuß unterwegs. Also haben wir uns auch die eine oder andere Leckerei verdient. In Kopenhagen entdecken wir zu diesem Zweck zwei kulinarische Anlaufstellen.
In der Nähe vom Schloss Rosenborg finden wir Torvehallerne. Das ist ein großer Lebensmittelmarkt in zwei Hallen und einer Freifläche, wo neben frischen Waren auch viele Speisen und Snacks frisch zubereitet werden. Wir probieren hier zum ersten Mal das berühmte Smørrebrød. Sehr lecker!
Und dann gibt es da noch das Street Food Zentrum von Kopenhagen auf der Papierinsel Papirøen. In einer ehemaligen Fabrikhalle sind hier zahlreiche originelle Street Food-Buden untergebracht. Da bekommt man dann zum Beispiel eine Portion eingekochtes Entenfleisch mit doppelt in Entenfett frittierten, handgeschnittenen Pommes serviert, die man direkt in der Sonne am Ufer genießen kann. Dabei liegt man in einem der vielen Liegestühle und beobachtet das Treiben auf und neben dem Wasser. Sehr relaxt!

Und sonst so

Das bekannteste Wahrzeichen Kopenhagens, Die kleine Meerjungfrau, besuchen wir natürlich auch auf einen Sprung. Sie liegt etwas abseits des Stadtzentrums und sitzt eigentlich recht unscheinbar auf einem kleinen Stein am Ufer. Spektakulärer als die kleine Statue selbst, ist allerdings die Traube asiatischer Touristen, die um die besten Fotos ringen und auch selbst die Hand auflegen wollen. Keine Ahnung, ob das Glück bringen soll?
Auch durch den zweitältesten Freizeitpark der Welt, den Tivoli, drehen wir eine Runde. (Der älteste liegt übrigens nur 10 Kilometer entfernt, nördlich von Kopenhagen.) Hier reihen sich zahlreiche Fahrgeschäfte und Restaurants aneinander. Wer mutig ist, kann im Star Flyer den Ausblick über Kopenhagen genießen. Das Kettenkarussel ist 80 Meter hoch. Für uns ist das nichts …
Wir steigen stattdessen lieber auf den Rundetårn. Dieser Rundturm aus dem 17. Jahrhundert ist zwar nur knapp 40 Meter hoch, aber man hat wenigstens festen Boden unter den Füßen, wenn man oben angekommen ist, um den Blick schweifen zu lassen. Den Turm besteigt man übrigens nicht über Treppenstufen, sondern über eine gewundene Rampe im Inneren, die in der Vergangenheit auch von Kutschen befahren wurde.